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Parasitenbefall bei Rennmäusen

Informationen zur Gesundheit und Krankheiten von Rennmäusen


Erfahrungen und Gesundheitstipps.
Die Informationen auf diesen Seiten ersetzen keinen tierärztlichen Rat!

Die Inhalte der Seiten wurden von tiermedizinischen Laien zusammen gestellt. Die Inhalte spiegeln lediglich Erfahrungen und Beobachtungen von Züchtern und Rennmausbesitzern wieder, erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und medizinische Fachkenntnis.


Parasiten Nachweis Maßnahmen Behandlung Einrichtung Ursachen Präparate


   Parasiten der Haut

Diese Seite behandelt das Thema Parasiten der Haut bei Wüstenrennmäusen. Parasiten sind Kleinstlebewesen (Schmarotzer) Milben, Läuse und Haarlinge. Solche Parasiten (besonders Milben) treten bei zu hoher Luftfeuchtigkeit, ungenügender Belüftung des Terrariums vermehrt auf, weil dann die Bedingungen für die Fortpflanzung dieser Plagegeister ideal sind. Oder aber, sie werden z.B. mit Heu / Einstreu / Borke / Ästen aber auch mit neuen Käfigtieren eingeschleppt. Am Häufigsten hört man von Parasitenbefall durch Milben.

  • Nicht jedes Insekt ist ein Parasit!
  • Kleine Milbenarten kann man mit bloßem Auge kaum erkennen.
  • Läuse sind als kleine schwarze Punkte im Fell zu erkennen.
  • Haarlinge erkennt man als kleine, weiße Würmchen (ca. 1 mm groß).

up    Nicht alles was sich bewegt sind Parasiten!

Insekten an Grünfutter
Nicht jedes entdeckte Insekt sollte einen Alarm auslösen

Springschwänze
Bei Insekten an Grünfutter aber auch im Heu kann es sich um Springschwänze handeln. Die ernähren sich von Pflanzenrückständen und sind für Mensch und Tier ungefährlich. Es gibt etwa 50 000 verschiedene Arten von Springschwänzen. Die Färbung hängt von der Gattung aber auch vom Alter (junge Insekten sind noch nicht durchgefärbt) ab.

Die mikroskopische Aufnahme habe ich an Grünfutter (Vogelmiere) aufgenommen. Ein kleines Bildchen der Vogelmiere ist oben links zu sehen. Einen Größenvergleich hat man, wenn man überlegt wie groß die Blüte der Vogelmiere ist. Bei der Aufnahme bewegten die Tierchen sich allerdings, bis auf sprunghafte Platzwechsel, sehr träge (Vorschaufoto oben anklicken).

Staubläuse
Staubläuse kommen in Deutschland etwa in jedem dritten Haushalt vor. Etwa 100 Arten sind in Mitteleuropa verbreitet. Die Tiere ernähren sich von Pilzgewebe, Sporen, Flechten, Grünalgen oder Ähnlichem. Entsprechend findet man sie an Pflanzen, unter Rinden, an Baumstämmen und Totholz, in Vogelnestern oder auch in Gebäuden und Wohnungen. Folglich auch an Stroh und Heu.

up    Vorratsschädlinge

Bei Vorratsschädlingen besteht keine direkte Gefährdung für die Tiere. Dennoch sollte man die Situation sehr ernst nehmen. Ein Schaden entsteht durch die Vernichtung des Futters und durch die Verschmutzung und Kontamination mit Körperabsonderungen (z.B. Kot). Dadurch wird das Futter ungenießbar. Außerdem muss sofort der Verbreitung der Schädlinge auf die Lebensmittelvorräte der Küche vorgebeugt werden!

Wenn man laufende Insekten als kleine etwa 4 mm große Käfer beobachtet, handelt es sich unter Umständen um Korn-, Reis- oder Brotkäfer. Bei Larven und Motten handelt es sich möglicherweise um Lebensmittelmotten.

Brotkäfer
Korn-, Reis- oder Brotkäfer können mit dem Futter eingeschleppt wurden. Beim Einkauf des Futters sieht man keinerlei Befall. Da die Entwicklung von Ei über Larve und Puppe zum Käfer etwa fünf Monate dauert, können Körnkäfer die als Eier in das Futter geraten sind, manchmal erst nach 5 Monten auftauchen!
Vorratsschädlinge Dörrobstmotte
Plötzlich findet man im Futtervorrat kleine “Gespinste” oder zusammen geklumpte Körner, manchmal auch kleine Larven die sich sehr schnell fortbewegen. Wahrscheinlich handelt es sich um Lebensmittelmotten oder deren Larven. Befallenes Futter gehört in den Müll, es kann beim Verzehr Durchfall erregen.
Kornkäfer Reiskäfer Brotkäfer    Lebensmittelmotten / Mehlmotten / Dörrobstmotten



up    Zwischenbemerkung: Kampf der Milbenplage

Entweder ist unbehandeltes Heu in den Zoohandlungen im Umlauf oder es mangelt an Vorsicht bei den Rennmausbesitzern. Mit Heu und Stroh aber auch durch Gegenstände aus der Natur kann man Insekten einschleppen. Im Forum ist immer wieder von Parasitenbefall die Rede.

Vorbeugung: Folgende Maßnahmen gelten für
  1. Heu + Stroh, auch aus dem Zoohandel (ich traue keinem Hersteller)
  2. Äste und Baumrinde aus der Natur
All das gehört grundsätzlich für 24 - 48 Sunden in die Gefriertruhe. Zum Bekämpfen von Insekten kann man es auch im Backofen bei ca. 90 - 100 °C für 20 Minuten "backen", dann stirbt das Ungeziefer ab.

Unbehandeltes Heu oder Stroh nicht in das Terrarium geben. Auch beim Heu aus dem Zoohandel ist man nie sicher, ob alles milbenfrei ist.
Abhilfe: Zur Sicherheit Heu und Stroh vorher immer für 24 Stunden bei minus 18 Grad in die Gefriertruhe! Das sollten die Milben nicht überleben.

Alternative Methode zur Gefriertruhe: Heu oder Stroh zur Sicherheit für einige Minuten bei ungefähr 60 Grad in den Backofen!


Achtung Brandgefahr! Heu und Stroh im Backofen nur bei niedrigen Temperaturen ausschließlich mit Genehmigung der Eltern und unter ständiger Beobachtung. Die Zündtemperatur von Stroh liegt bei etwa 250 - 300 Grad Celsius. Die Zündtemperatur von Heu liegt bei etwa 260 - 310 Grad Celsius.




up    Anzeichen - Indikation bei Parasitenbefall

Das Problem ist: Die Tiere zeigen zwar Symptome für den Befall mit Parasiten, nur die Parasiten selbst sind nicht unbedingt auf dem Tier nachweisbar, weil sie sich längst wieder in ihrem Versteck (z.B. in irgendeiner Ritze) aufhalten!
Die Maus kratzt sich ungewöhnlich oft (nicht verwechseln mit Putzen). In schlimmen Fällen kratzt sich die Maus blutig und verliert Fell. Parasitenbefall ist für die Maus sehr stressig (Juckreiz).
Symptome bei starkem Befall: Nervosität, starker Juckreiz, unruhiges Verhalten, Haarausfall, Hautläsionen (rote Pünktchen), Entzündungen, Schwäche, Appetitlosigkeit, Schmerzen
Milben wird man ohne Hilfsmittel kaum erkennen. Leider wird man in der Regel durch Anzeichen eines Befalls erst dann aufmerksam, wenn Parasiten bereits in großer Anzahl vorhanden sind und die Maus sich wundgekratzt hat.
Die Anzeichen bei Parasitenbefall können den Symptomen einer Pilzinfektion ähneln. Lese also zur Sicherheit die Infos
auf der Seite Pilzerkrankung
 

Parasitenarten


up    Tierläuse

Tierlaus Tierläuse leben an Vögeln oder Säugetieren (Echte Tierläuse und Haarlinge). Dabei sind die meisten Arten mehr oder weniger auf bestimmte Wirte 'spezialisiert'. Ohne diesen Wirt sind sie meistens nur wenige Tage lebensfähig. Die Übertragung erfolgt meist bei direkten Körperkontakt oder über das Nest. Läuse sind als kleine schwarze Punkte im Fell zu erkennen.


up    Haarlinge

Haarlinge sind 1 bis 1,5 mm große, mit dem bloßen Auge erkennbare flügellose Insekten, die im Gegensatz zu den Echten Tierläusen kein Blut saugen, sondern sich von Schuppen, Hautdrüsensekret und Haaren ernähren. Sie treten bei Rennmäusen seltener auf. Einen Befall mit Haarlingen erkennt man entweder an den Nissen (Eier der Haarlinge) oder an den lebhaften Haarlingen selbst.


up    Milben

Grundsätzlich besteht immer die Frage: Sind das wirklich Milben? Da die meisten Milbenarten mit bloßem Auge kaum zu sehen sind und die Milben nicht in jedem fall dauerhaft auf den Mäusen leben, stellt man lediglich die Auswirkungen des Befalls fest.

Milben leben im Heu oder in Ritzen und Spalten der Einrichtung das Terrariums, also für gewöhnlich nicht grundsätzlich auf den Tieren. Sie müssen aber, um sich weiterentwickeln zu können, das Blut eines Wirtes (z.B. Rennmaus) trinken. Nur während dieser Periode würde man Milben auf den Rennmäusen selbst entdecken können.

rote Vogelmilbe Manchmal wird es die rote Vogelmilbe oder aber die tropische Rattenmilbe sein. Für die Behandlung spielt das keine Rolle, denn sie ist für gewöhnlich auf Milben im Allgemeinen ausgerichtet.

Um die Milbenart näher zu bestimmen müsste wahrscheinlich eine mikroskopische Analyse angefordert werden. Erst dadurch kann man die Milbenart eindeutig feststellen und unterscheiden.

 Tropische Rattenmilbe: 0,5 mm bis 1 mm (rötlich-braun bis schwarz)

 Raubmilben bis zu 0,5 mm Raubmilben (Wikipedia)

 rote Vogelmilben 1 mm rote Vogelmilben (Wikipedia)

Eine exakte Bestimmung ist nur durch einen erfahrenen Tierarzt möglich, ein Laie kann die verschiedenen Milbenarten nicht erkennen / unterscheiden und andere Infektionen oder Krankheiten wie Pilzbefall nicht ausschließen.

 


Parasitennachweis


Bei einem Befall sind die Parasiten häufig nicht auf dem Tier selbst zu finden, weil einige Arten sich nach dem Blutsaugen längst wieder in ihrem Versteck (z.B. in irgendeiner Ritze) aufhalten!

 

up    Nachweis der Rattenmilbe

Die bis zu 70 Tage lebenden Weibchen der Tropischen Rattenmilbe legen zwei bis drei Tage nach ihrer einmaligen Blutmahlzeit 90 bis 120 Eier ab, tun dies jedoch nicht auf der Hautoberfläche ihres Wirtes, sondern in verschiedenen Gelegen ihrer Umgebung. Da die Parasiten nachtaktiv sind und ihr Aufenthalt auf der Haut des Wirtes maximal 20 Minuten dauert, sind sie wohl selten auf der Haut der Rennmäuse nachzuweisen.

Randbemerkung lesen ...

Tropische Rattenmilbe Die winzig kleine Tropische Rattenmilbe (Ornithonyssus bacoti) kann nur vom Spezialisten unter dem Mikroskop eindeutig erkannt werden. Die ausgewachsene Milbe ist 0,6 bis 1 mm lang und mit bloßem Auge gerade noch sichtbar. Die Farbe erscheint abhängig vom Sättigungszustand von weißlich über rötlich bis schwarz.


Die Tropische Rattenmilbe findet man bei einem Befall in Ritzen und Spalten in der Nähe des Käfigs aber auch in der Einstreu des Käfigs. Als Versteck werden warme Orte bevorzugt.

Für die genaue Identifizierung müssen die Milben mit einem feinen Pinsel in 70% Alkohol gesammelt werden. Das 'Einfangen' auf Klebestreifen ist ungeeignet. Die Probe wird dann an einen Veterinär weitergegeben, der die Probe gegebenenfalls an ein Labor weiterreicht.


up    Nachweis der Roten Vogelmilbe

Als Fehlwirte befällt die Rote Vogelmilbe auch Säugetiere und den Menschen. Wenn sie bei Rennmäusen auftaucht hat sie also eigentlich das falsche Wirtstier ausgesucht.

Sie befällt normalerweise lediglich Vögel. Das tut sie nur nachts, am Tage versteckt sich der Parasit in Ritzen und Spalten. Hier bilden die Milben rote oder graue (ohne Nahrung sind die Milben grau gefärbt), Beläge. Bei starkem Befall verstecken sie sich am Tage auch auf dem Tier. Bei brütenden Vögeln sind sie ebenfalls tagsüber auf Tieren zu finden.

Die Rote Vogelmilbe ist etwa einen Millimeter groß und bewegt sich sehr schnell. Sie übersteht Hungerperioden von bis zu sechs Monaten. Sie vermehrt sich über Eier, die sich innerhalb von zwei Wochen zur erwachsenen Milbe entwickeln. Die Entwicklung läuft nur bei Temperaturen über neun Grad Celsius ab.

Der Befall lässt sich am einfachsten durch mit „Milbenfallen“ (weißes Klebeband) nachweisen. Tipp: Klares Tesafilm über Nacht (für Mäuse unerreichbar) auslegen und dann später über einem weißes Blatt Papier mit einer Lupe absuchen.

 


Sofortmaßnahmen bei Milbenbefall


Es reicht nicht aus, befallene Rennmäuse zu behandeln. Besonders Milben halten sich nicht dauernd auf der Haut / im Fell der Tiere auf, sondern verstecken sich nach dem 'Besuch' des Wirts (so nennt man das Lebewesen, das als Blutspender dient) sofort wieder in irgendeiner Ritze. Die Milben in den Verstecken muss man beseitigen / abtöten!

Rote Vogelmilben und Raubmilben können auch andere Säugetiere befallen. Die Viecher gehen (selten) auch auf Menschen. Das bedeutet bei Milbenbefall: Beim Ausräumen Gummihandschuhe tragen!



 

Behandlung der Tiere


up    Tiere behandeln - Sofortmaßnahmen

  • kein Auslauf für die Mäuse
  • tierärztlichen Rat einholen
  • alle Rennmäuse gleichzeitig behandeln
 Problematik:

Durch die erste Behandlung werden alle Milben und Haarlinge getötet, nicht aber deren Eier (Nissen) aus denen Larven schlüpfen und in kurzer Zeit für einen neuen Befall sorgen. Darum ist darauf zu achten, auch später geschlüpfte Nissen abzutöten. Sonst ist der Haarlings- oder Milbenbefall nur vorübergehend gestoppt, kann sich aber nach kurzer Zeit wieder ausbreiten.

Also auch wenn sofort eine Besserung eintritt, die Behandlung auf keinen Fall abbrechen! Abhängig vom verwendeten Mittel, ist eine zwei- bis dreimalige Behandlung, im Abstand von jeweils 7 - 8 Tagen (Schlupfzeit) notwendig. Einige lange wirkende Präperate benötigen keine Wiederholungsanwendung.

Es müssen immer alle Tiere behandelt werden, sonst wandern die Biester nur zu einem neuen Wirt (zur unbehandelten Maus). Die Anwendung von Medikamenten sollten Erwachsene übernehmen.
Zur Behandlung der Tiere die Mäuse am Besten in eine Transportbox stecken. Wenn z.B. Stronghold zum in den Nacken tropfen benutzt wird, wandern evtl. vorhandene Milben von den Mäusen weg. Nach 30 Minuten die Tiere zurück ins Terrarium setzen und die Transportbox reinigen.
Die meisten Milbenmittel enthalten Gift (leichtes Nervengift). Deshalb sollte man das nur nach Anordnung, in der richtigen Dosis und nicht einfach nur so (vorbeugend) anwenden. Das Mittel darf nicht auf das Futter geraten.

Medikamente


 

Einrichtung milbenfrei machen


up    Parasiten in ihren Verstecken abtöten

  • Einrichtung benötigt Hitze- Kältebehandlung
  • entsprechendes Mittel gegen Parasiten besorgen
  • Verstecke der Parasiten außerhalb des Terrariums aufspüren

Alle Einstreu und Nistmaterial in die Tonne (außerhalb der Wohnung) und zwar sofort! Einrichtungsgegenstände herausnehmen und in einen Plastiksack stecken. Käfig auswaschen (Essigwasser / Spray).
Mäuse bis zum Abschluss der Reinigungsaktion / der Behandlung lediglich Papierstreifen von der Küchenrolle als Schlafversteck anbieten. Die Papierstreifen bei Beginn der Behandlung wegwerfen.


 Einrichtung reinigen

Käfig und Einrichtung muss mit Essigwasser / Seifenlauge ausgewaschen werden. Man kann auch ein entsprechendes Spray benutzen Präparate

Milben werden durch starke Hitze oder Kälte abgetötet.

  • für 40 Minuten bei knapp 100 Grad im Ofen ausbacken
  • für 24 Stunden bei 18 Grad frieren
  • Keramikteile in der Mikrowelle 2 Minuten auf der höchsten Stufe

Abhängig vom Material, muss die entsprechende Behandlungsmethode angewandt werden. Holzteile sollte man besser in die Kühltruhe (Plastiktüte) geben als sie im Backofen großer Hitze auszusetzen. Alle nicht behandelten Einrichtungsgegenstände sollten entsorgt werden.

Wichtig ist es alle Verstecke der Milben ausfindig zu machen, die auch außerhalb des Terrariums liegen können.
Wenn du zur Käfigreinigung einen Handfeger / eine Bürste benutzt, kannst du ohne Desinfizierung beim nächsten Gebrauch wieder neue Milben einschleppen!



 

Ursachen


up    Ursachen für Parasitenbefall

In vielen Fällen werden Milben mit Heu oder Stroh in das Terrarium verbracht. In der letzten Zeit hört man immer häufiger davon. Man sollte sich zum Grundsatz machen, kein unbehandeltes Stroh oder Heu in das Terrarium zu geben.
Durch neue, bereits befallene Tiere können auch Parasiten eingeschleppt werden. In der Zoohandlung und beim Züchter also unbedingt darauf achten, ob vorhandene Tiere Anzeichen von Befall zeigen.
Vogelmilben (Dermanyssus gallinae und Ornithonyssus sylviarum) können mit Vogelfedern ins Terrarium gebracht werden und zu ähnlichen Krankheitsbildern führen. Also Vorsicht mit Dingen die ihr draußen in der Natur findet (alte Äste, Borke, usw)!
Die Übertragung von Tierläusen erfolgt meist bei direkten Körperkontakt (Maus - Maus) oder über das Nest.

Wenn ich mir nicht sicher bin ob Gegenstände oder Heu milbenfrei sind (und ich bin mir eigentlich nie sicher), verzichte ich lieber darauf. Also kriegen sie im Zweifelsfall eher nichts. Ganz bestimmt werde ich keine Vogelfedern als Nestmaterial ins Terrarium legen!

Regel: Heu und Stroh aus der Natur oder vom Bauernhof vorher immer für mindestens 24 Stunden bei minus 18 Grad in die Gefriertruhe! Dazu packe ich alles in einen Plastikbeutel.

  • Feuchte Einstreu, zu hohe Luftfeuchtigkeit, tropfende Wasserflaschen. Milben fühlen sich im feuchten Klima wohl. Luftzirkulation ist also genauso wichtig wie eine regelmäßige Pflege.

  • Manchmal werden Milben durch ausgetauschte Einrichtungen von einem in das andere Terrarium eingeschleppt.

  • Unsauberkeit, in einem zu selten gereinigtem Käfig vermehren sich die Milben rascher.

  • In Plastikhäusern die schlecht belüftet sind, herrscht ein warmes feuchtes Klima in dem sich Milben, Bakterien und Pilze wohl fühlen. Solche Häuser sollten nicht verwendet werden.




 

Medikamente


up    Medikamente / Antiparasitikum / Desinfektion


 Medikament zur Behandlung der Tiere

Im Forum wurde empfohlen (Iome)
Mein Rezept gegen Milben: 0,9 ml Propylenglykol und 0,1ml Ivomec (das ist der Wirkstoff). Zuerst das Ivomec aufziehen und dann das Propylenglykol, sonst mischt sich das ganze nicht ordentlich. Der Wirkstoff muss der Maus als "spot-on" in den Nacken getropft werden. Jeder Maus bekommt 1 Tropfen (Gebrauchsanleitung lesen). (engl. spot-on = auf den Punkt)

Am wirksamsten ist meiner Meinung nach Stronghold zum in den Nacken tropfen. Man kann auch aus Ivomec und Propylenglykol ein Spot-on basteln, aber da es ja jetzt das fertige Stronghold gibt ist das nicht mehr notwendig.

Aller Wahrscheinlichkeit nach muss das nach 4 Wochen wiederholt werden, da dann der Entwicklungszyklus der Milbe abgeschlossen ist. Die nächste Generation der Milben wird aktiv. Nach der ersten Behandlung alles sauber machen und nach der 2. wieder.

Zum Desinfizieren sind Sprays sicher geeignet, für die Tiere würde ich nur die Spot-ons verwenden.



 Zum Abtöten der Parasiten in den Verstecken

Im Forum wurde empfohlen (Keala)
Das Mittel Frontline zum Einsprühen des Käfigs anzuwenden (Tiere nicht einsprühen). Während dieser Behandlung dürfen die Mäuse sich nicht im Terrarium aufhalten.

Milbenstrip von Amisi, gibts beim Schlecker. Achtung: Nicht anwenden wenn du im gleichen Zimmer Wirbellose wie z.B. Vogelspinnen oder Skorpione etc. pflegst! Milbenstrip rein, einige Tage drinlassen (Maus darf da nicht drankommen!), dann wieder rausnehmen für ein paar Tage. In der Zeit schlüpfen dann die Milbeneier. Dann wieder Strip rein für ein paar Tage.

Am Besten während dieser Zeit statt Einstreu Papier von der Küchenrolle und täglich auswechseln, Papier nicht in den Küchen-Mülleimer (nicht das evtl. Milben aus Mülleimer krabbeln und sich woanders vermehren).



 Zum Äbtöten der Parasiten in den Verstecken

Agrinova Milbenfrei
Eine Alternative zu Insektiziden verspricht ein neues Produkt einer mitteldeutschen Firma mit dem Namen Milbenfrei. Es wird in einem Spezialverfahren aus fossilen Kieselalgen gewonnen und vermahlen und ist ein reiner Naturstoff. Die feinen Partikel bestehen zu ca. 90 % aus amorphem Siliziumdioxid und sind ungefährlich für Mensch und Tier (Kieselgurprodukte sind als Lebensmittelzusatzstoff amtlich gelistet).

Agrinova Flohpuder/ Milbenfrei wird an den Versteck- und Aufenthaltsplätzen der Ungeziefer eingesetzt, ohne die Haus- bzw. Nutztiere selbst zu behandeln. Schlafplätze, Legenester und sonstige Versteckplätze der Parasiten werden direkt bestäubt.

Hierbei findet eine Anlagerung eines ausgebrachten Silikatstaubes auf dem Körper der Milben statt. Die staubfeinen Silikatpartikel zerstören die verdunstungshemmende Wachsoberfläche und wirken schmirgelnd und adsorbierend. Durch feine Verletzungen der Wachsschicht kann die Körperflüssigkeit der Insekten austreten und die Milben sterben durch Austrocknung. Durch Zerstäuben des Mittels im Stall werden auch Milben die sich in unzugänglichen Stellen verkriechen erfasst. So ist die Belastung nicht so groß und man erwischt alle.



 Zum Äbtöten der Parasiten in den Verstecken

Pyriproxyfen
Pyriproxyfen ist ein Pestizid, das gegen Gliederfüßer wirkt. Es ist ein Derivat des Pyridins und ähnlich aufgebaut wie das verwandte Fenoxycarb.

In den USA wurde es 1996 gegen Mottenschildläuse an Baumwollpflanzen eingeführt, schützt jedoch auch andere Feldfrüchte. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist Pyriproxiyfen nicht als Pflanzenschutzmittel zugelassen. Es wirkt gegen Katzenflöhe und wird zusammen mit Permethrin gegen die Tropische Rattenmilbe eingesetzt.

Pyriproxyfen ist ein künstliches Juvenilhormon. Es verhindert die Weiterentwicklung der Larve zum adulten Tier und damit die Fortpflanzung.

Quelle: Wikipedia ( http://de.wikipedia.org/wiki/Pyriproxyfen )


 

 Zum Äbtöten der Parasiten in den Verstecken

Mein Hinweis zu Frontline:
FRONTLINE ist der Markenname eines Antiparasitikums gegen Flöhe, Zecken und Haarlinge bei Hunden und Katzen. Von der Anwendung bei Rennmäusen wird oft abgeraten. Sprühe Frontline also niemals direkt auf eine Maus. Man kann es verwenden um benutztes Reinigungsgerät (Bürsten, Handfeger) einzusprühen. Wenn das Terrarium mit Frontline behandelt wurde, sollte es nach der vorgeschriebenen Einwirkzeit gründlich mit viel Seifenlauge ausgewaschen werden.


 

up    Fehldiagnose - Pilzbefall


Gesundheitstipp von Uschi:

Wenn die Kleinen sich kratzen, müssen es nicht immer Milben sein. Eine meiner Mäuse hatte auch schon mal einen Pilz am Näschen - und eine andere am Öhrchen. Letzteres bekam dann sogar Gleichgewichtsstörungen. Ein richtig dosiertes Mittel, das allerdings auch in einer Süßspeise (ein Tröpfchen flüssiges Nuss- oder Vanille-Eis) verabreicht werden musste, da es sehr eklig und bitter zu schmecken scheint, hat die Kleinen wieder geheilt.

Habe natürlich sofort das Heu (vom Supermarkt - das hatte ich im Verdacht), das Terrarium mit heißem Wasser gereinigt und die Einstreu entfernt und komplett neue Packungen vom Fachhandel aufgemacht.

Gruß Uschi

 

up    Randbemerkung zum Thema "Nachweis von Raubmilben"

... nur um zu zeigen, das eine Artenbestimmung schwierig sein kann und der Weg des Einschleppens nicht immer leicht nachvollziehbar ist.

Es gibt Berichte nach denen die Aufklärung der Krankheitsbilder bei Menschen, die von Raubmilben gequält wurden und auch der Weg des Befalls sehr abenteuerlich klingen. Die meisten werden eh nicht als solche erkannt (offiziell weniger als 50 Fälle in Deutschland bekannt).

Die Kurzform: Nach dreimonatiger Behandlung gegen Hitzepickel, Ausschlag und Allergien stellte ein Facharzt unter Mitwirkung eines Spezialisten an einer Poliklinik letztendlich die richtige Diagnose. (Handschuhe wurden eingeschickt)

In der Garage gelagerte Arbeitshandschuhe wurden von Hausmäusen als Unterschlupf genutzt. Die Hautirritationen an den Händen tauchten im Frühjahr nach der ersten Gartenarbeit auf.



Bildquellen Wikimedia Commons - Vogelmilbe: Fernandez Garcia, Tierläuse: Stako, Staublaus: Bernd Hofmann, Brotkäfer: Kamran, Dörrobstmotte: Olei

Rennmaus

Foto zum Thema

Tropische Rattenmilbe
Größe der Rattenmilbe



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