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Holzwerkstoffe für den Selbstbau

Rennmaus-Terrarium selbst bauen Bretter und Holzplatten Typen

Beim Selbstbau eines Terrariums oder für die Planung einer zweiten Ebene, stellt sich immer wieder die Frage welche Holzplatten man verwenden sollte. Dabei wählt man nach verschiedenen Kriterien aus. Stabilität, Verwindungssteifheit, Gewicht, Kosten und die mehr oder weniger komplizierte Verarbeitung spielen dabei eine Rolle.


Erste Überlegungen bei der Auswahl der Holzwerkstoffe

Natürlich macht es bei der Auswahl des Holzwerkstoffs einen Unterschied, ob man ein neues Terrarium oder lediglich ein Schlafhaus, eine zweite Ebene oder eine Abdeckung für ein Aquarium herstellen möchte.
  • Lässt sich das Holz leicht verarbeiten?
  • Hat es giftige Ausdünstungen?
  • Wie hoch sind die Kosten?
  • Wie sind das Gewicht und die Stabilität?
  • Welche Bauart wählt man für das Terrarium?
  • Die Optik - wie soll es später aussehen?
Außerdem wichtig: Welche Werkzeuge stehen mir zur Verfügung und könnte man die benötigten Platten zu einem großen Anteil im Baumarkt zuschneiden lassen?

Auswahl nach Verwendungszweck und Verarbeitung

Für eine Zwischenebene hat die Tragfähigkeit eine geringere Bedeutung. Schließlich wiegen Rennmäuse und Einrichtung nicht allzu viel. Da reicht eine 4 mm Sperrholzplatte, die man an den Außenkanten mit einer 5 mm Leiste verstärkt. Die Dicke und den Typ der Holzplatten kann man sehr gut kombinieren, wenn man schon vorab eine Vorstellung davon hat, wie die Verarbeitung aussehen soll.

Abhängig davon, ob man verleimt, nagelt oder schraubt (auch eine Kombination ist möglich) wählt man Material und Materialstärke aus. Für solide Seitenwände wählt man dickere Holzplatten aus Sperrholz, Vollholz (aus verleimtem Massivholz) oder MDF bis zu 16 mm. Rückwand, Boden und Zwischenebenen können aus dünnerem Material (Sperrholz oder HDF-Platten) beschaffen sein.

Zuschnitt der Bauteile im Baumarkt

Am Anfang steht Papier und Stift, zumindest für größere Vorhaben. Es ist ganz gut, wenn man eine genaue Vorstellung hat und überlegt, wie man das umsetzen könnte.

Wenn man einen Bauplan und eine Stückliste für benötigte Bauteile erstellt, kann man die Platten und Leisten im Baumarkt gleich auf Maß zuschneiden lassen. Dazu ist es allerdings notwendig, dass man die dort verfügbaren Dicken der Platten berücksichtigt.

Klar: Wenn man davon ausgeht 10 mm dicke Holzplatten zu verarbeiten und im Baumarkt ist lediglich 14 mm dickes Material verfügbar, würden die Zuschnitte nicht mehr stimmen. Ich empfehle daher, sich vorab zu erkundigen.

Unterschiedliche Holzwerkstoffe - eine Übersicht

1  Sperrholzplatten Brettsperrholz

Furniersperrholz besitzt eine hohe Formbeständigkeit durch quer verleimte, dünne Furniere (Schälfurniere). Die Sperrholzbretter können einfach verleimt oder auch mechanisch über Nägel, Klammern, Holzdübel oder Schrauben verbunden werden.

Das Gewicht der Sperrholzplatten ist im Vergleich zu anderen geeigneten Holzplatten (besonders zu Spanplatten) recht gering. Sperrholzplatten gibt es in unterschiedlichen Dicken, mit entsprechend vielen verleimten Schichten.
Sperrholzplatten sind für den Terrarienbau gut geeignet. Für unverstärkte Außenwände und den Boden würde ich 8 - 16 mm dicke Platten verwenden (Brettsperrholz). Das ist natürlich abhängig von der Größe und Bauweise. Eine feste Zwischenebene, eine Deckelplatte oder auch Querverbinder geben der Konstruktion zusätzliche Stabilität. Siehe: auch: Terrarium Tipps

Sperrholzplatten lassen sich gut bearbeiten, mit Kreis-, Stich- und sogar mit der Laubsäge zuschneiden. Sperrholzplatten sind auch als beschichtete Platten erhältlich, z.B. mit einer Linoleumbeschrichtung.

2  Vollholzplatten Leimholz Bretter

Vollholzwerkstoffe bestehen aus Massivholzelementen. Sie werden vor allem als Bretter oder Leisten angeboten. Sie bestehen aus gewachsenem Holz und sind nicht aus dünnen Schälfurnieren zusammengeleimt. Die Qualität der Vollholzwerkstoffe ist abhängig von der Güte der eingesetzten Hölzer. Allerdings sind auch Vollholzwerkstoffe erhältlich, die aus verleimten Massivholzelementen z.B. als Stäbchen bestehen. Der optische Unterschied zum Sperrholz liegt hier in der Dicke der Schichten. Vollholzplatten und Bretter eignen sich ebenfalls sehr gut für den Terrarienbau.

3  Spanplatten

Spanplatten werden hauptsächlich aus Holzresten und Durchforstungsholz hergestellt. Zur Verbindung der Späne werden Klebstoffe (Holzleime und Zementmilch) und für den Pressvorgang diverse Netz- und Trennmittel eingesetzt. Ein aufgedrucktes CE-Kennzeichen garantiert, dass nicht mehr als 0,124 mg Formaldehyd / m3 abgegeben wird.

Spanplatten brechen bei starker Biegelast und sind unbeschichtet nur im Trockenbereich einsetzbar. Spanplatten sind schwerer als Sperrholz. Kunststoffbeschichtete Spanplatten aus dem Möbel- und Innenausbau lassen sich schlecht verleimen und sollten besser verschraubt werden.

4  OSB-Platten

OSB-Platten nennt man auch Grobspanplatten. Die Biegefestigkeit ist durch die langen und schlanken Späne höher als bei Spanplatten. Zur Verklebung werden PF-Klebstoffe, MUPF-Klebstoffe (Melamin-Harnstoff-Phenol-Formaldehyd) und PMDI-Klebstoffe verwendet. Die Auswirkung der Formaldehydausdünstung hat Einfluss auf die Luftqualität.

Es gibt zwei Formaldehyd-Emissionsklassen: Klasse E1 hat bis zu 8 mg/100 g, Klasse E2 hat 8 bis 30 mg/100 g. In Deutschland sind Holzwerkstoffe der Emissionsklasse E2 nicht zugelassen. Solche OSB-Platten der Emissionsklasse E2 wären nicht geeignet. OSB-Platten sind für einen Selbstbau geeignet, erfordern aber sorgfältige Verarbeitung, weil sie leicht ausspanen.

5  Multiplex-Platten

Multiplex-Platten finden überall dort Verwendung, wo es auf Robustheit und Formstabilität ankommt. Als Multiplex-Platten werden Furnier-Sperrholzplatten bezeichnet, die aus mindestens 5 gleich starken Furnierlagen (Buche, Birke, Fichte oder Ahorn) mit Dicken von 0,8 - 2,5 mm bestehen. Die Anzahl der Mittellagen variiert je nach Gesamtdicke. Das Ausrichten der Maserung gegeneinander erhöht die Formstabilität der Platten. Multiplex-Platten sind stabil, aber recht schwer (Dichte von Buche Multiplex = 0,76 kg/dm3) und außerdem nicht billig. Sie eignen sich für massive Terrarien und auch für einen Unterschrank.

6  Multiplex-Platten Siebdruckplatten

Siebdruckplatten sind Multiplexplatten, die durch die Beschichtung mit Phenolharz und die Verleimung BFU100 wasserfest versiegelt wurden. Multiplex ist stärker und dicker als Sperrholz. Die Platten werden vor allem als Boden bei Anhängern, LKW und beim Karosseriebau verwendet.

Diese Sonderform der Multiplexplatte kommt vor allem dort zum Einsatz, wo Witterungsbeständigkeit und eine rutschfeste Oberfläche wichtig sind. Die Sieb-Film-Platte ist beidseitig Phenolharz-beschichtet und einseitig aufgeraut, als Film-Film-Platte ist sie beidseitig glatt. Sie eignen sich im Terrarienbau besonders als Bodenplatte und für Zwischenböden.

7  MDF-Platte

Die mittel dichte Holzfaserplatte oder mittel dichte Faserplatte oder auch MDF-Platte wird aus feinst zerfasertem, hauptsächlich rinden-freiem Nadelholz hergestellt. Durch eine schonende Verpressung entsteht so ein in Längs- und Querrichtung gleichermaßen homogener Holzwerkstoff. Die Kanten sind glatt und fest und können verleimt werden. Die MDF-Platte ist gut zu verarbeiten und hat eine glatte, saubere Oberfläche.

MDF-Platten sind für den Terrarienbau gut geeignet. Als Sonderformen werden auch Lochplatten angeboten (siehe Foto oben). Die sind ideal für eine Abdeckplatte oben, Volierendraht wird dann nicht mehr benötigt.

8  HF-Platte

Als "Harte Faserplatte" (auch kurz HF) bezeichnet man eine Faserplatte, die aus mit Leim getränkten und unter Druck und Hitze verpressten Holzfasern besteht und besonders hoch verdichtet wurde. Im Gegensatz zur HDF-Platte wird die "Harte Faserplatte" in einem ein Nassverfahren mit mehr als 20 % Faserfeuchte produziert. Sie haben daher eine Siebmarkierung an der Rückseite, da bei ihnen Wasser abgepresst wird (so wie der Kistchenboden im Bild links).

HF-Platten kennt man als Rückwände (4 mm dick) bei Möbeln z.B. in Kleiderschränken und Küchenschränken. HF-Platten sind für den Terrarienbau (Seitenwände, Rückseite, Böden) gut geeignet.

9  HDF-Platte - Hochdichte Faserplatte

Als Hochdichte Faserplatte (auch kurz HDF) bezeichnet man eine Faserplatte, die aus mit Leim getränkten und unter Druck und Hitze in einem Trockenverfahren verpressten Holzfasern besteht und besonders hoch verdichtet wurde. Trocken gepresste Platten weisen keine Siebmarkierung an der Rückseite auf, da bei ihnen kein Wasser abgepresst wird. Sie sind entsprechend auf beiden Seiten glatt.

HDF-Platten kennt man als Rückwände (4 mm dick) bei Möbeln z.B. in Kleiderschränken und Küchenschränken. HDF-Platten werden als Trägermaterial für hohe Belastung bei geringer Materialstärke (z. B. Laminatfußböden) eingesetzt. Laminat eignet sich wegen der Optik sehr gut für Seitenwände eines Terrariums. HDF-Platten sind für den Terrarienbau (Seitenwände, Rückseite, Böden) gut geeignet.

10  Leisten Rundhölzer

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