Geilenkirchen Kreis Heinsberg NRW
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2. Weltkrieg in Geilenkirchen

Weltkrieg Während des 2. Weltkrieges wurde Geilenkirchen arg in Mitleidenschaft gezogen. Mit dem "Westwall" in unmittelbarer Nähe und befestigten Stellungen östlich der Wurm bei Geilenkirchen und Süggerath, ist Geilenkirchen nicht in Vergessenheit geraten. Fotos aus dieser Zeit finden Sie im Archiv oder auch in verschiedenen Ausgaben des Heimatkalenders. Die Stadt Geilenkirchen wurde im Zweiten Weltkrieg zu rund 80 Prozent zerstört.
Die Anlagen des Westwalls befanden sich in unmittelbarer Nähe Geilenkirchens. Befestigte Stellungen im Wurmtal östlich von Geilenkirchen und Bunkeranlagen in Beeck und Süggerath waren im November 1944 stark umkämpft.
Weltkrieg Leerodt Geilenkirchen war stark befestigt. Die Bunkeranlagen in der Nähe Süggeraths und Befestigungen in der Nähe Beecks wurden gegen Kriegsende noch ausgebaut.

Südöstlich von Geilenkirchen, wurde ein etwa 10 km langer Minengürtel ausgelegt, der vorbei an Immendorf und Puffendorf in Richtung Jülich führte. Entlang der Wurm zwischen Übach-Palenberg und Randerath hat es damals etwa 400 Bunker gegeben. Foto: Westwall Nähe Aachen
Anlagen des Westwalls

Kriegshandlungen in Geilenkirchen

Weltkrieg Leerodt Im Herbst erreichten die Alliierten die deutschen Verteidigungsanlagen im Rheinland. Der Angriff auf Geilenkirchen startete im November 1944 mit der Operation Clipper, eine von britischen und amerikanischen Kräften (British XXX Corps, US 84th Infantry Div.) gemeinsam durchgeführte Operation. Amerikanische Truppen sollten Prummern und Gebiete östlich von Geilenkirchen einnehmen. Britische Einheiten hatten die Aufgabe nördlich und westlich von Geilenkirchen auf Bauchem und Tripsrath vorzurücken. Die 84. US Division sollte danach die Stadt besetzen. In der letzten Phase sollte das Wurmtal nordöstlich von Geilenkirchen eingenommen und Hoven, Müllendorf, Würm und Beeck besetzt werden. Die Wurm als natürliches Hindernis und die Befestigungen des Westwalls (Siegfriedlinie) machtes dieses Vorhaben nicht leicht. Geilenkirchen wurde als potenziell gefährlicher Standort der Deutschen eingestuft.

Ausgangssituation für Operation CLIPPER

Am 18. November kam das 334 Infantry Regiment der 84. US-Infanteriedivision im Sektor Geilenkirchen zum Einsatz. Nördlich befanden sich die britische 43. Division (Wessex) und die Panzertruppe der Sherwood Rangers. Im Süden die US-Divisionen der 2nd Armored und das 405te Regiment der 102. Division.

Die Wehrmacht befand sich in einer defensiven Position. Den angreifenden Alliierten stand das 343. Regiment der 183. Volksgrenadierdivision gegenüber, das von Einheiten der 9. Panzerdivision, Panzergrenadierkompanien sowie Einheiten der 10. SS-Panzerdivision - Frundsberg unterstützt wurde. Die Deutschen kannten das Terrain und operierten aus vorbereiteten Verteidigungsstellungen.

Schwere Kämpfe um Geilenkirchen

Nach der Einnahme von Bauchem, Tripsrath und Hochheid konzentrierten sich am 19. November die Kämpfe einerseits in Richtung Immendorf und andererseits auf Süggerath, Beeck und das Wumtal mitSchloss Leerodt undBurg Trips. Dabei wurde der Südflügel von Burg Trips zerstört. Berichte aus dieser Zeit finden im Internet-Archiv des Worcestershireregiment (britisch) und von Charles B. MacDonald "The Siegfried Line Campaign" ab Seite 546 "The Geilenkirchen Salient" (amerikanisch).
Die Kampfhandlungen im Sektor Geilenkirchen waren heftig und verlustreich. Das spiegelt die Statistik des 334th Infantry Regiment für November and Dezember 1944 wieder (Tabelle).

Hinzu kommen Ausfälle durch "Trench Foot" Ein schmerzhafter Zustand der Füße, der durch langes Eintauchen in kaltes Wasser oder Schlamm verursacht wird und durch Schwärzung und Absterben des Oberflächengewebes gekennzeichnet ist.
  November Dezember
Gefallene 96 158
verwundet 437 304
vermisst NA 95
Trench Foot 331 NA
Beim Vorstoß in der Sektion Geilenkirchen haben die beiden Regimenter der 84. Division insgesamt etwa 2.000 Gefechtsverluste erlitten, darunter 752 Vermisste. Die Verluste außerhalb des Gefechts, vor allem durch "Trench Foot" im Schützengraben, erhöhen die Gesamtzahl der Verluste um weitere 500.   Quelle der stat. Daten: Charles B. MacDonald "The Siegfried Line"
Nachdem der Vormarsch der alliierten Truppen an der Wurm bei Geilenkirchen zunächst ins Stocken geraten war, versuchte man später über Immendorf nach Würm und im Dezember 1944 von Lindern und Beeck auf Linnich vorzurücken. Während der Kampfhandlungen an der Rurfront bei Linnich und der Rur-Überquerung, befand sich auf Schloss Leerodt ein Notlazarett der US-Armee. Die Karte zeigt den Frontverlauf Ende Dezember 1944 bei Geilenkirchen, Kreis Heinsberg.
Frontverlauf Dezember 44 Geilenkirchen Kreis Heinsberg

Siegfriedlinie - Westwallanlagen

Die Spuren der Befestigungsanlagen waren noch bis in die 1970 Jahre sichtbar, sind aber heute weitgehend verschwunden. Lediglich Betonfundamente eines Panzerhindernises bei Gut Hommerschen Google Maps und zwei zwischen Süggerath und Geilenkirchen angelegte Geländehindernisse, sogenannte Panzergräben / nasse Gräben bei Burg Trips, sind noch erkennbar. Google Maps: Panzergraben 1   Panzergraben 2

Eine Tafel östlich von Beeck erinnert an eine ehemalige Bunkeranlage des Westwalls. Die über lange Zeit sichtbare gesprengte Bunkerruine zwischen Geilenkirchen und Süggerath wurde vor Jahren entfernt. Reste eines ehemaligen Bunkers findet mal mit viel Spürsinn noch in der Nähe Müllendorfs, südlich der Bahnlinie.
Westwall Geilenkirchen Kreis Heinsberg Panzergraben Burg Trips   Google Maps
Westwall Geilenkirchen Kreis Heinsberg Bunker Beeck   Google Maps
Panzermauer Aachen   Google Maps
Weltkrieg Westwall Meine Skizze zeigt den Verlauf des Westwalls in der unmittelbaren Nähe von Burg Trips und Schloss Leerodt. Mit den heftigen Kämpfen in unmittelbarer Nähe Geilenkirchens und den befestigten Stellungen östlich der Wurm, ist Geilenkirchen nicht in Vergessenheit geraten.

Fotos aus den Kriegstagen um 1944 finden Sie im Archiv, in verschiedenen Ausgaben des Heimatkalenders und in der Literatur. Westlich von Burg Trips kann man noch Befestigungsanlagen in Form eines Panzergrabens, ein sogenannter nasser Graben (Foto oben) erkennen, der dem Westwall vorgelagert war. Östlich von Burg Trips, versteckt hinter Baumbewuchs, sind die Reste eines weiteren 'nassen Grabens' zu sehen.

Westwall Nähe Aachen, Links + Fotos Google Maps:
Westwall Horbach   Höckerlinie Horbach
Drachenzähne Horbach   Panzersperre Herzogenrath
Westwall Geilenkirchen Kreis Heinsberg

Operation Clipper

:  »Bei Geilenkirchen lag die Grenze zwischen zwei alliierten Frontabschnitten (2. britische Armee und 9. US-Armee). Die Operation Clipper war eine alliierte Offensive vom 10. bis zum 22. November 1944, an der Westfront des Zweiten Weltkriegs. Sie wurde vom britischen 30. Corps angeführt, dem zwei Regimenter der US-amerikanischen 84th Infantry Division für diese Operation angeschlossen waren. Dabei wurde der deutsche Frontvorsprung um Geilenkirchen in Richtung Linnich begradigt.

Die Operation Clipper war eine Vorbereitung der größeren Operation Queen, deren Ziel es war, die Kontrolle über das Tal der Rur und über den Hürtgenwald zu bekommen. Die Erreichung dieser Ziele wurde verzögert durch den sehr kalten und sehr nassen Winter 1944/45. Wegen des schlechten Wetters und tief hängender Wolken konnten die Alliierten ihre weitgehende Luftüberlegenheit nicht nutzen. Auch Panzer konnten meist nur auf Straßen fahren und waren dort von Sprengfallen und Panzerabwehrkanonen bedroht.«   [Wikipedia]

Literatur

Literatur Weltkrieg Leerodt Da ich häufig Anfragen zum 2. Weltkrieg, speziell zur "Rurfront" erhalten hatte, gibt es dazu nun eine separate Seite zur "Rur-Überquerung" in Linnich und zu den Geschehnissen entlang des Westwalls (Siegfriedlinie) im Bereich Geilenkirchen, zu denen ich Informationen ins Netz gestellt habe. Ich besitze drei Bücher zu dem Thema, die ich kurz erwähnen darf, falls sie sich interessieren:
Die Männer der K-Kompanie
Ein Buch in englischer Sprache zum Zweiten Weltkrieges erwähnt Geilenkirchen, Burg Trips und besonders Leeroth. Die Eroberung des Wurmtals durch die heutigen Alliierten wird aus der Sicht eines amerikanischen Soldaten geschildert. Der Kriegsabschnitt der Kämpfe im Wurmtal Ende 1944 / Anfang 1945 wird in dem Werk "The men of company k", 'Die Männer der K-Kompanie' beschrieben (ISBN 0-553-26272-6).

Kampf um Geilenkirchen
Ein weiteres Buch über die Kriegsgeschehnisse in GK ist von Ken Ford mit dem Titel: Assault on Germany "The battle for Geilenkirchen" Eine Kopie können sie in der Stadtbücherei ausleihen. Das Buch war als Neuexemplar nicht mehr im freien Handel erhältlich. In dieser Online-Börse könnten sie allerdings fündig werden: Internet Buchshop: http://dogbert.abebooks.com/abe/BookSearch
Rurfront bei Linnich
Dieses Buch beschreibt die Kriegshandlungen im Vorfeld der Rur-Überquerung und die Geschehnisse der Rurfront 1944/45. Nachdem der Vormarsch der alliierten Truppen Ende 1944 an der Wurm bei Geilenkirchen und in der Nähe des Schloss Leerodt undBurg Trips zunächst ins Stocken geraten war, versuchte man später über Lindern und Beeck auf Linnich vorzurücken. Als die Kampfhandlungen an der Rurfront einsetzten, befand sich auf Schloss Leerodt ein Notlazarett der US-Armee.

Buch Das Buch des Autors Hans Kramp aus Linnich, mit vielen Fotos und Berichten auf ca. 570 Seiten, war in lokalen Buchhandlungen zum Preis von ca. 40 Euro erhältlich: "Rurfront 1944/45". Sprachen: Deutsch / Englisch

Foto-Galerie

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